Heute möchte ich mal über ein ganz anderes Thema schreiben. Wir sind eine fünfköpfige Familie, sprich zwei Erwachsene und drei Kinder und bei uns wird täglich frisch gekocht. Dementsprechend produzieren wir auch unglaublich viel Müll. Nachdem es in den letzten Wochen so den Anschein hatte, dass in unserem Haushaltsmüll immer mehr und mehr Plastik ist, haben wir einen Entschluss gefasst. Wir machten den Kindern den Vorschlag mal über einen längeren Zeitraum keine Sachen in Plastikverpackungen einzukaufen. Die Kinder waren sofort begeistert und begannen nachzudenken was alles in Plastik eingepackt ist ? Jeder von uns zählte auf was er so alles gerne isst. Gemüse, Obst, Joghurt, Käse, Milch, Brot, Chips, Nudeln, Reis, Salat, Süßes… Für Obst und Gemüse haben zum Beispiel haben wir gleich eine Lösung gefunden. Da wir dies immer am Markt einkaufen, beschlossen wir von nun an einen Einkaufskorb mitzubringen damit das Gemüse vor Ort nicht wieder in einzelne Plastiksäcke gepackt werden muss. Die Kinder hatten viele Ideen, wie zB die Jause in Papiersäcken einzupacken oder eine Dose für die Jause zu kaufen usw. Bei näherer Überlegung mussten wir dann feststellen, dass auch eine Jausenbox aus Plastik ist und wir uns auf die Suche nach einer Alubox machen müssen. Nach vielen euphorischen Ideen Aller sind wir dann gemeinsam am nächsten Tag einkaufen gegangen.
Wie immer brauchten wir ein paar alltägliche Dinge wie Brot, Milch, Joghurt usw… was Familie halt so alles benötigt. Schon am Eingang des Geschäftes kam uns nur Plastik entgegen. Brot in Plastik, Weckerl in Plastik, Kekse in Plastik, Toastbrot in Plastik. Dazwischen kamen Marmeladegläser und dann gings wieder weiter. Sämtliche Süßigkeiten in Plastik, sämtliche Toilettartikel in Plastik, Cornflakes zwar außen in Karton aber innen wieder in Plastik. Die Kids wurden von Minute zu Minute stiller und die Euphorie schien verschwunden zu sein. Unsere Älteste sagte:” wir werden verhungern, da ist ja alles in Plastik.”
WäHrend wir die Reihe weiter entlang gingen, kamen die ersten kleinen Lichtblicke – Balsamico und Öl in Flaschen, getrocknete Tomaten im Glas, die Hoffnung stieg also wieder. Wir entdeckten sogar Basmatireis im Karton ohne Plastik. Mit ca. 4 Artikeln im Einkaufskorb machten wir uns weiter auf die Suche. Vorbei an all den Angeboten die kein Mensch braucht, die aber immer wieder eine gewisse Anziehung haben und irgendwie zum Durchstöbern einladen. Am Ende liegt dann, obwohl gar nicht auf der Einkaufsliste, der 25igste Kerzenständer oder ein Osterhase der nur allzugut neben die Haustür passt im Einklaufswagen und keiner weiß so ganz genau wie er überhaupt dahin gelangte ;-) Gehts euch auch manchmal so?
Hui, jetzt wäre ich fast vom Thema abgekommen und da hätte sich um ein Haar ein Neues eingeschlichen ![]()
Also gingen wir weiter die Reihen entlang, und siehe da, Mehl, Zucker und Salz gibt es auch im Karton oder Papier. Aber, da es Salz nur jodiert gab, wurde es auch nicht gekauft. Eier gibt es “noch” im Karton, die nahmen wir auch. Dann kamen wir zu unserer Lieblingsreihe wo sich Joghurt, Käse etc befinden. Hoffungsvoll stürzten sich die Kinder auf ihre heißgeliebten Joghurts, aber dann blieben sie abrupt stehen. In diesem Geschäft gab es kein einziges Joghurt im Glas, keinen einzigen Käse, egal ob Mozarella, Gouda oder Parmesan, welcher nicht in Plastik gepackt war. Die ganze Kühlabteilung ist eine einzige Plastikwelt. Ob Smoothies, ausgepresster Orangensaft, Joghurtdrinks, Joghurts, wie bereits erwähnt Käse, Sauerrahm, Schlagobers, Mozarellabällchen, alles ist in Plastikbechern. Die Kids standen wie angewurzelt da und alle fanden die Idee mit dem Plastikverzicht plötzlich nicht mehr ganz so cool. Noah sagte: “mahh das ist ja doof, was essen wir heute, da können wir ja nix kaufen?”
Einzig allein die Milch blieb übrig, obwohl die eigentlich auch nicht “sauber” war, da der Verschluß auch aus Plastik ist. Sämtliches Klopapier, Küchenrollen, Katzenfutter etc ist in Plastik verpackt. Mit insgesamt fünf Artikel standen wir an der Kasse. So einen günstigen Einkauf hatten wir schon lange nicht mehr
Nachdem die Kids sehr, naja wie solch ich sagen, betrübt waren und sie sich am verhungern sahen, beschlossen wir in ein weiteres Geschäft zu fahren. Dort angekommen bot sich am Eingang das gleiche Bild. Brot in Plastik, Gebäck in Plastik, aber es gab zumindest die Möglichkeit sich ein solches auch in Papier packen zu lassen. Was wir auch taten. Danach gings zum Käse und auch der war, wie erwartet, in feines Plastik gehüllt. Doch auch hier bestand die Möglichkeit sich Käse frisch herunterschneiden zu lassen und in Papier einpacken zu lassen, natürlich ohne das typische Plastiksackerl drüber. Die Verkäuferin befand das für ziemlich eigenartig, schüttelte kurz den Kopf, dachte sich sichtlich ihren Teil, aber übergab uns schließlich Käse im Papier. Ich möchte hier nur kurz anmerken, dass lediglich 3 verschiedene Käsesorten zum frisch herunterschneiden zur Verfügung standen. Alles andere war, wie uns die “nette” Verkäuferin mitteilte, in Plastik gehüllt und “frisch” abgeschnitten. Als wir zur Kühlreihe kamen, begann wieder etwas Licht in den Augen der Kinder zu leuchten. Sie fanden tatsächlich ein Joghurt im Glas, welches auch noch ihren Geschmack traf. 4 verschiedene Sorten gab´s von dieser Firma zur Auswahl. Beim Rest der Abteilung bot sich uns bereits gewohntes Bild – Plastik Fantastik. Auch in diesem Regal war kein Käse ohne Plastik zu finden und so schlenderten wir weiter. Nudeln gab es von einer einzigen Firma im Karton und die nahmen wir dann auch. Polpa gab es auch in Flaschen, und sogar Mineralwasser fanden wir nach längerem Suchen in Flaschen. Nachdem wir nun einige Sachen im Einkaufswagen hatten, versuchten wir unser Glück noch bei den Reinigungsmitteln. Wir fanden kein einziges Reinigungs- oder Spümittel in einer Glasflasche und auch kein plastikfreier Weichspüler war zu finden. Aber ich entdeckte dabei etwas anderes sehr tolles. Es gibt eine Pflanzenblüte welche seit Jahrhunderten in Indien zum Wäschewaschen verwendet wird. Diese Böüten waren in einem Stoffsack und ich dachte mir:”das nehme ich mit, das probiere ich aus.” Die Kids versuchten vergeblich noch Chips in einer Papiertüte zu finden und so gingen wir um einige Erfahrungen reicher zur Kasse. Alles in allem muss ich sagen, dass ich mir Plastik-freies Einkaufen etwas leichter vorgestellt hätte. In Wahrheit ist es eine ziemliche Herausforderung und auch ein großer Aufwand da Mann/Frau wirklich in einige verschiedene Geschäft gehen darf, um das Gewünschte ohne Plastikverpackung zu finden. Wir haben uns dann auf ein paar Kompromisse geeinigt um uns für die nächste Zeit das “Überleben” zu sichern
Wir akzeptieren ein Minimum an Plastik, wie zum Beispiel bei Milch oder Mineralwasser, da wie bereits erwähnt die Stöpsel aus Plastik sind. Bei den Hygieneartikeln sind wir auf Weleda umgestiegen, das es dort noch einiges in Glasflaschen gibt aber auch hier dürfen wir Kompromisse eingehen, denn der Verschluß der Zahnpaste zB ist auch aus Plastik.
Was für uns schön ist, ist dass diese Diskussion oder dieses Expermiment ein anderes Konsumbewusstsein in uns und unseren Kindern geschaffen hat. Mal sehen wohin uns das führt. Ich werde weiter berichten und euch auf dem Laufenden halten…

